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Therapie – Adrenal-Fatigue

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Die Therapie von Adrenal Fatigue wird zu einem großen Teil mit der Unterstüzung der Körperfunktionen (vor allem der Nebennieren) durchgeführt. Dazu werden wichtige Nahrungsergänzungen supplementiert. Zentrale Bausteine dieser orthomolekularen Therapie werden weiter unten beschrieben.

Wichtig sind zunächst einmal einige weitere, generelle Punkte die zu einer erfolgreichen Therapie der subklinischen Hypoadrenia gehören. An erster Stelle steht die Reduktion stressender Lebensumstände. Es sollten möglichst alle Stressoren aus dem Alltag so weit wie möglich entfernt oder reduziert werden. Dazu gehören unter Umständen Arbeitsbedingungen, Beziehungs- oder familiäre Probleme, Schlafmangel, negative Emotionen (Wut, Schuld, Angst etc.), schlechte Ernährung, Umweltgifte (chronische Amalgamvergiftung etc.), chronische Infekte (auch wenn sie subklinisch Verlaufen und keine Symptome zeigen, z.B. Helicobacter pylori, Giardia), Verletzungen oder (chronische) Wirbelsäulenprobleme etc.

Die Ernährung sollte wenig einfache Zucker beinhalten. Zu meiden sind Süßigkeiten, viele Kohlenhydrate, Softdrinks (Cola, Fanta etc.) und alles was einen hohen glykämischen Wert hat, also den Blutzucker schnell nach oben treibt. Dies beansprucht die Nebennieren extrem stark. Statt dessen sollte eine vollwertige Nahrung mit viel Gemüse, Rohkost, hochwertigen tierischen Proteinen und Fetten (Fisch, Fleisch) angestrebt werden. Außerdem sind anregende Substanzen wie Kaffee oder Tee zu vermeiden, Alkohol und Zigaretten sind natürlich auch nicht förderlich.

Ideal ist es frühzeitig ins Bett zu gehen (etwa um 22:00 Uhr) und wenn möglich bis 9:00 Uhr zuschlafen. Ansonsten müssen die Nebennieren zwischen 23 und 1 Uhr nachts nochmals sehr stark arbeiten und morgens (etwa 6-8 Uhr) erreicht der Kortisolwert seinen Höhepunkt. Früheres Aufstehen belastet die erschöpften Nebennieren zusätzlich. Guter Schlaf ist daher wichtig für die Regeneration der Nebennieren. Den häufig vorkommenden Schlafstörungen kann z.B. mit Magnesium und 5-HTP begegnet werden (siehe unten).

Da die Nebennieren zusammen mit den Nieren an der Regulation des Blutdrucks beteiligt sind ist es empfehlenswert morgens eine Teelöffel  (unraffiniertes) Meersalz in einem Getränk eingerühert zu trinken. Da die Nebennieren zur Blutdruckregulation Aldosteron herstellen und diese Substanz auf die Rückresorption von Natrium und Wasser in der Niere wirkt, entlastet dies die Drüsen. Außerdem hilft es den Salz- und Wasserhaushalt zu regulieren. Dieser ist bei Adrenal Fatigue meist gestört, da durch den Mangel an Aldosteron Salz (Natrium) und Wasser im Organismus verloren geht. Der Körper dehydriert und das Kalium-Natrium-Verhältnis verschiebt sich (erhötes Kalium). Man sollte dies regelmäßig am Morgen trinken.



Orthomolekulare Therapie

Den Körper vom Stress zu entlasten und die Nebennieren in ihren Funktionen zu unterstützen ist der Ansatz einer ganzheitlichen Therapie von Adrenal Fatigue. Viele der genannten Nahrungseränzungen sind für Prozesse der Drüsen notwendig. Sie helfen die Stoffwechselvorgänge zu verbessern und die Hormonproduktion wierder anzuheben. Die Nebennieren können sich dadruch wieder erholen und Adrenal Fatigue rückgängig gemacht werden. Dies kann jedoch zwischen 6 Monaten und 2 Jahre dauern. Folgende Nährstoffe sind besonders zu empfehlen und helfen in den meisten Fällen. Nicht jeder benötigt alle Mittel oder alles zur gleichen Zeit. In manchen Fällen ist es jedoch der Fall. Im Zweifel ist die Therapie von dem Therapeuten anzupassen.

Aminosäuren : Proteine helfen den Nebennieren, während Kohlehydrate eher schlecht sind. Oft besteht bei Adrenal Fatigue eine mangelnde Proteinverdauung, so dass auch wenige Aminosäuren zur Verfügung stehen, da Proteine aus diesen aufgebaut sind. Am besten ist ein Mix aller Aminosäuren. Eine gute Dosis beträgt 5-10 Gramm pro Tag. Bei mehr als 5g dürfen keine Nierenprobleme bestehen! Man kann sie über den Tag verteilt einnehmen oder z.B. morgens und abends.

Vitamin B-Komplex : Eine ausreichende Abdeckung mit B-Vitaminen ist sinnvoll. Dazu eignet sich ein Komplex der alle B-Vitamine beinhaltet. Sie steigern generell die Zellenergie und sind an sehr vielen Stoffwechsekvorgängen beteiligt und ergänzen sich gegenseitig. Eine Tablette täglich (B100) ist meist ausreichend. Gut ist es zusätzlich Magnesium einzunehmen.

Vitamin C : Dies ist ein wichtiges Antioxidant und für Prozesse innerhalb der Nebennieren wichtig. Vitamin C wirkt effektiver zusammen mit Bioflavonoiden. Eine sinnvolle Dosierung beträgt 1-3 Gramm.

Vitamin B5 : Es ist das wichtigste Vitamin für die Nebennieren. Daher ist eine zusätzliche Supplementierung sinvoll. Coenzym-A wird aus der Panthothensäure (B5) gebildet und ist ein wichtiger Rohstoff für viele Hormone. Dosierung: 1000-1500 mg.

Nebennierengewebe: Sehr effektiv ist vor allem am Anfang die Einnahme von hormonlosen Nebennierengewebe neugeborener Kälber. Sie beinhalten alle Bausteine für die Nebennieren und beschleungien die Regeneration der Drüsen. Ein gutes Produkt hierzu ist Cytozyme AD von Biotics Reasearch. Die übliche Dosis beträgt 1-2 Tabletten drei mal täglich.

Pregnenolon: Dies ist eine Vor-Vorstufe vieler Hormone aus den Nebennieren. Daher wird es manchmal als ‚Urhormon‘ bezeichnen. Es wirkt auch positiv auf die Gedächtnisleistung und ist eine natürliche Substanz. Es ist in der Lage den Kortisolspiegel auf Dauer anzuheben. Die Dosis beträgt etwa 25-50 mg am Tag.

(7-Keto-) DHEA: Diese Substanz ist dem DHEA – einem weiteren wichtigen Hormon, das in den Nebennieren gebildet wird – ähnlich. Es hat die gleiche Wirkung besitzt jedoch den Vorteil, dass es nicht in Sexualhormone umgewandelt wird und somit nicht die Nebenwirkungen des DHEA aufweist. Dosierung: 10-25 mg.

Magnesium: Magnesium hat eine beruhigende Wirkung und kann auch bei Schlafstörungen hilfreich sein. Dazu kann man es vor dem Schlafengehen einnehmen. Eine gute Dosierungsind ca. 300-600 mg. Zuviel Magnesium kann zu Durchfällen führen. Es entspannt die Muskeln und ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. Ähnlich wie bei Vitamin C kann man die persönliche Toleranzgrenze austesten. Ab der Dosis die anfängt weichen Stuhl zu verursachen nimmt man ca. 20% weniger dauerhaft ein. Am besten auf mehrere Einnahmen am Tag verteilen!

5-HTP, Griffonia: Das ist der direkte Vorläufer des Serotonins. 5-Hydroxytrytophan kann oral eingenommen werden und wird im Gegensatz zu Serotonin im Magen nicht inaktiviert. Es wird direkt in Serotonin umgewandelt, welches wiederum die Produktion von Melatonin steigert. Daher kann es manchen etwas müde machen und sollte abends eingenommen werden. Am besten man probiert es aus und beginnt mit einer geringen Dosis von 50 mg. Sollte nach einigen Tagen noch kein ruhiger Schlaf erzielt werden kann man jeweils um 50 mg erhöhen. Eine Dosis von 500mg ist nicht zu überschreiten. Bleibt am Morgen eine Schläfrigkeit, kann die Dosis reduziert oder zeitlich vorgezogen werden. 5-HTP darf nicht mit Antidepressiva kombiniert werden! Es kann zu gefährlichen Reaktionen mit selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmern (Fluctin, Prozac etc.) kommen! Ansonsten hebt es die Stimmung, hat eine entspannende, ausgleichende Wirkung und kann Geruchssensibilität bei MCS beeinflußen. Es hilft bei Schlafstörungen und ist eine natürliche Substanz. Sie ist in Deutschland nicht erhältich, kann aber importiert werden. Typische Dosierung: 50 – 100 mg.

Cordyceps: Ist ein chinesischer Pilz und unterstützt die Nebennierenfunktion.

Prolin : Ist wiederum eine Aminosäure die die Bildung von Bindegewebe unterstützt. Dies kommt auch den Nebennieren zu Gute. Als Dosierung ist eine Tablett à 500 mg ausreichend.

GABA: GABA ist eine natürliche Substanz die bestimmte Rezeptoren stimmuliert (GABA-Rezeptoren). Dort wirkt auch Valium, daher besitzt es eine beruhigende, angstlösende Wirkung. Meist sind 500 mg morgens und abends ausreichend.

Verdauungsenzyme: Diese können bei einer schlechten Verdauung oder zu wenig Magensäure hilfreich sein.

Kortison: Ist ein verschreibungspflichtiges Medikament und kann nur von einem Arzt verschrieben werden! Es ist bei schwerwiegenden Fällen nützlich und entlastet die Nebennieren schnell. Es ist nur ein niederige Dosierung (low-dose) von etwa 20-50 mg natürlichem Hydrocortison nötig (entspricht etwa 10-20 mg Cortisonacetat) und ist damit sicher und weist keine Nebenwirkungen auf.

Diese Angaben können von Mensch zu Mensch variieren und was dem einen hilft kann für den anderen schädlich sein. Die Dosierungen können ebenfalls variieren, abhängig z.B. vom Körpergewicht. Die Therapie sollte daher mit einem Therapeuten abgesprochen werden.

Weiterführende Links: Nebennierenschwäche (deutsch), Dr. Rind (englisch), Dr. Lam (englisch), Dr. Wilson (englisch), Fatigue Surrénale (französisch), Adrenal Fatigue (englisch), 肾上腺疲劳 (chinesisch)




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