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KPU / HPU – Kryptopyrrolurie

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KPU steht für Kryptopyrrolurie und ist eine häufig übersehene Stoffwechselstörung die eine Vielzahl an unspezifischen Symptomen auslösen kann, jedoch relativ einfach zu behandeln ist. Wer bereits eine Odyssee hinter sich hat kommt eventuell hier weiter. Im Prinzip handelt es sich bei der KPU (auch Pyrrolurie, Malvarie, HPU) um einen dauerhaften, kombinierten Mangel der wichtigen Nährstoffe Vitamin B6 und Zink. Sie werden – gebunden an Kryptopyrrol – vermehrt über den Urin ausgeschieden.

kryptopyrrolurie

Dieses Bild veranschaulicht, wie sich Kryptopyrrol mit der aktiven Form des Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat) und Zink zu einem Chelat-Komplex verbindet. Auf diese Weise werden dem Körper beide essentiellen Nährstoffe „geraubt“. Seinen Ursprung findet dieser Vorgang in einer genetisch bedingten Besonderheit der Häm-Synthese (ein Teil der Blutbildung), welche zu einem vermehrten Auftreten von Pyrrol im Blut führt. Im Normalfall zirkuliert dieser Stoff nicht frei im Blut, sondern wird an Gallensäure gebunden über den Darm ausgeschieden.
Konsequenzen und Symptome



Die Auswirkungen einer Pyrrolurie können eine ganze Reihe unterschiedlicher Symptome umfassen. Oft kommt es allerdings erst durch erhöhte Stressbelastungen (z.B. grippaler Infekt, Verbrennungen, Verletzungen / Unfälle, Darminfekt oder psychischer Stress) zu einem Dekompensieren und damit zum Ausbruch der häufig unspezifischen Beschwerden. Verdachtsmomente können in unklaren neurologischen Symptomen, Hirnfunktionsstörungen und Gedächtnisstörungen unklarer Herkunft bestehen. Es tritt meist eine Verschlechterung des Kurz- und Namensgedächtnisses auf sowie nervöse Erschöpfung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen oder neurotische Ängste. Typisch für solche Patienten ist eine fehlende Traumerinnerung oder Traum- Erinnerungslücken.
Durch den kombinierten Mangel an Zink und Vitamin B6 kann es weiterhin zu struppigen Haaren, Haarausfall, Infektionsneigung, Läsionen der Haut, rissiger Haut und Wundheilungsstörungen kommen. Oft läßt sich ein Zusammenhang mit ADHS bei Kindern und Jugendlichen beobachten, oder die Malvurie (engl. Bezeichnung der Kryptopyrrolurie) geht mit einem gestörtem Kurzzeitgedächtnis, Konzentrationsstörungen, Lernschwierigkeiten und Stressunverträglichkeit einher.
Durch die blockierte Hämsynthese werden weitere biochemische Prozesse gestört, an denen das Häm beteiligt ist. Dies betrifft die Sauerstofftransportfunktion des Hämoglobins und das Cytochrom-P450 Enzymsystem, welches für Entgiftungsvorgängen in der Leber benötigt wird.
Desweiteren sind einige Erkrankungen häufig mit einer Kryptopyrrolurie zumindest assoziiert und treten vermehrt auf: Dazu zählen ADS, Schizophrenie, zerebrale Abbauprozesse, MCS (Multiple- Chemical- Sensitivity), Allergien, Psoriasis, chronische Darmerkrankungen, Psychosen, HWS-Syndrom und event. auch Akne, Kopfschmerzen, Karpaltunnel-Syndrom, Leukonychie, Infertilität und Knochen-, Gelenk- und Muskelbeschwerden. Einige Forscher (z.B. Dr. Kuklinski, Prof. Heufelder) vermuten, dass es neben der genetisch vererbten Variante noch ein erworbene Kryptopyrrolurie gibt, die meist auf eine Instabilität der Halswirbelsäule (vor allem des Kopfgelenks) infolge von Unfällen zurückgeht. Diese ist dann als Symptom einer erworbenen Mitochondropathie aufzufassen.

Typisches Erscheinungsbild

Es gibt einige Merkmale die auf eine Kryptopyrrolurie hinweisen und eine Abklärung per Labortest sinnvoll machen. Zu diesem Erscheinungsbild gehören schmalgliedrige Finger, Schwellungen im Gesicht, engstehende Zähne im Oberkiefer, allergische Symptome, Nahrungsmittelunverträglichkeiten (maskierte Allergien, Histamin wird Vit. B6-abhängig abgebaut), Hautprobleme (Neurodermitis), morgendliche Anlaufschwierigkeiten / Appetitlosigkeit / Übelkeit (Hypoglykämie), Haarausfall, Verstopfung etc.
Im Allgemeinen sind Frauen häufiger betroffen (etwa jede 10.), während es bei Männern nur etwa 1% ist, diese jedoch schon bei niedrigeren Werten mit stärkeren Symptomen zu tun haben (z.B. Depressionen oder Psychosen bis hin zur Schizophrenie).
Geschichte und Entdeckung

Den Ursprung nahm die Entdeckung des Kryptopyrrols bei der gezielten Suche nach einer Substanz, die für die Schizophrenie verantwortlich sein könnte. Im Jahre 1961 fand Irvine den malvenfarbenen Fleck (Mauve-Faktor, Malvaria) im Papierchromatogramm bei einem Teil solch Erkrankter. Zuvor hatte diese Erscheinung bereits Payza bei mit LSD behandelten Personen gefunden. Man fand nun heraus, dass eine familiäre Häufung des Malvenfaktors existiert und es fiel eine gehäufte Verbreitung unter verhaltensgestörten Kindern auf. Weiterhin schienen 7-11% der Normalbevölkerung ´betroffen`.
Die Aufklärung der chemischen Struktur dieses Flecks als Kryptopyrrol gelang allerdings erst um einiges später (1969, Irvine). 1972 entdeckten Pfeiffer und Illiev einen Zink- und Vit. B6 Mangel bei einigen schizophrenen Patienten und erkannten die chemische Affinität des Kryptopyyrols zu der aktiven Form des Vitamin B6 und Zink. Nun konnten sie die sehr erfolgreiche Behandlung mit hohen Dosen an Pyridoxin und Zink-Supplemtierung starten. Im Verlauf der weiteren Jahre wurde dieses Phänomen in den USA weiter untersucht und ist seitdem zumindest in der orthomolekulären Medizin gut bekannt.

Diagnose und Therapie ->

(Quellen: E. Heufelder, Kapuste, Kamsteeg, Kuklinski)




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